Iris Rodriguez

Journalistin & Texterin

Frauenknast

Redaktionelles - Reportage
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Copy: Iris Rodriguez
Fotos: Kerstin Jacobsen

Geschlossene Gesellschaft

Intro:

Ein Besuch in einem Frauenknast zerstört viele Klischees und zeigt: Frauen sind wirklich das schwache Geschlecht.

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'Sieh mir noch einmal in die Augen Baby, bevor du gehst...'Die Stimme von Xavier Naidoo dringt durch eine dicke, alte Holztür. Das gerahmte Namensschild auf der Zellentür ist groß genug für 'Ramona und Jessica', die Zelle dahinter so klein, dass es schwer vorstellbar ist, dass die beiden Frauen darin18 Stunden am Tag eingeschlossen sind. Die ehemaligen Mönchszellen im Frauengefängnis von Vechta sind gerade mal 8 Quadratmeter groß, eigentlich als Einzelzellen konzipiert und bieten gerade Platz für zwei schmale Spinde, ein Etagenbett, ein Tischchen und eine Toilette hinter einem Vorhang, der nur das Nötigste verbirgt. Aber der Ausnahmefall der Doppelbelegung ist ein Dauerzustand geworden, notorische Überbelegung ein Problem in fast allen deutschen Gefängnissen. So sind in der JVA für Frauen in Vechta statt 130 sind zur Zeit 185 inhaftiert und bei der Enge drängt sich die Frage auf, wie man das Eingesperrtsein, das völlige Fehlen von Intimsphäre oder Rückzugsmöglichkeiten aushält. Man gewöhne sich daran, sagen die Frauen, und irgendwann sei man gedanklich nicht mehr draußen. Spätestens dann setzt ein sehr hilfreicher, menschlicher Mechanismus ein: das langsame Gewöhnen an die Umstände, ein Alltagsleben, ein schleichendes Sich-Abfinden, - oder auch Resignieren. 'Am Anfang war ich panisch und konnte es nur ertragen, wenn die Luke in der Zellentür geöffnet war' erinnert sich Sandra. Aber dann ging es besser und sie ließ es trotz widerstrebender Gefühle zu, angekommen zu sein. Gerade hat sie Glück, weil sie alleine in der Zelle lebt. 'Vielleicht weil ich schon so viel mitgemacht habe' überlegt sie, ' da nehmen die hier Rücksicht drauf.'
Rücksicht - ein überraschendes Wort, das zur Vorstellung von Strafvollzug nicht so richtig passen will. Aber es gibt noch mehr Unerwartetes: die Vollzugsbeamtin auf der Station der Untersuchungshäftlinge zum Beispiel. Katrin Obermeyer ist freundlich, mit einem offenen Lächeln und einer rosa Hose zu pinkem T-Shirt. Wo ist die Uniform, der strenge, harte Blick, der Kommandoton? Das findet man hier so wenig wie Einheitsgefängniskleidung für die Frauen. Die Beamtin entspricht in ihrer ruhigen und freundlichen Art zwar nicht den landläufigen Vorstellungen einer Knastaufseherin, dafür aber genau den Anforderungen der Gefängnisleitung, die sehr viel Wert auf die Ausstrahlung und das Menschenbild der Angestellten legt. 'Wir möchten, dass unsere Mitarbeiter etwas Positives vermitteln' erklärt die stellvertretende Leiterin, Petra Huckemeyer. Auch ihr Empfang ist herzlich und positiv und irgendwie ist das der Eindruck, den die gesamte Einrichtung vermittelt. Alles ist sauber und gepflegt, die Klosterhöfe sind sorgsam begrünt, Bilder und Kunstwerke aus der Initiative 'Kunst im Gefängnis' hängen an den Wänden, für den Abend wird die Ausstellung mit Arbeiten der Inhaftierten vorbereitet. Hier ein Tisch mit Deckchen, dort ein handbemalter Holzosterhase, daneben ein Gesteck aus frischen Zweigen - hier leben Menschen, die sich nach einem Stück Normalität und Geborgenheit sehnen. 'Das könnte es im Männervollzug so nicht geben' erklärt Petra Huckemeyer im Vorbeigehen, 'es besteht immer die Gefahr, dass alles zur Waffe umfunktioniert wird.'
Nach vielen Jahren im Männergefängnis weiß sie, wovon sie spricht, und stellt immer wieder fest, dass die Uhren im Frauenvollzug anders ticken. Natürlich ist keine der Frauen unschuldig inhaftiert, jede einzelne wurde für eine Straftat verurteilt - und dennoch: Delikte von Frauen sind anders. Die Palette der Gewaltkriminalität kann fast gänzlich ausgegliedert werden. Darum spielt die instrumentelle Sicherheit durch Stacheldraht, Manganhartstahlgitter oder Mauerkronensicherungen auch nur eine untergeordnete Rolle, denn die Fälle, in denen Frauen sich unter Mauern durchbuddeln oder Gitterstäbe durchsägen sind außerordentlich selten. Sie gehen nicht medienwirksam auf die Flucht oder morden und vergewaltigen sich nicht durch die Republik. Frauen richten ihre Aggressivität eher gegen sich selbst - der hohe Anteil Drogenabhängiger, der bei fast 60% liegt, bringt dies zum Ausdruck. 'Die können sich selbst nicht ertragen' erklärt Petra Huckemeyer dies aus ihrer Sicht als Psychologin. Wenn man die Lebensläufe straffällig gewordener Frauen vergleicht, entdeckt man viele Gemeinsamkeiten: Opferdasein, Abhängigkeit, Vernachlässigung, mangelndes Selbstvertrauen, fehlende Bildung und reichlich Gewalterfahrung. Geschichten über zerbrochene Seelen, die die Frage aufwerfen, warum für viele dieser Frauen keine andere Lösung als Haft gefunden werden konnte. In vielen Fällen erscheint es sinnvoll, die Straftat - die keine Gewalttat ist - im Kontext der Lebensgeschichte zu betrachten.
Die Gefängnisleitung kennt jedes einzelne Schicksal und weiß, dass ein Großteil der Drogenabhängigen Missbrauchsopfer sind. Schon früh wurden sie mit Alkohol gefügig gemacht und merkten bald selbst, dass sie es dadurch etwas besser aushielten. Irgendwann reichten Wein und Cognac nicht mehr, der Einstieg in die Drogen war vorprogrammiert. Die Geschichte einer wegen Mordes Inhaftierten klingt wie eine Aneinanderreihung von Klischees und ist doch die bittere Wahrheit: missbraucht vom Vater, vom Bruder, von der Schwester und von den Bekannten der Familie, von der Mutter verstoßen, die ihr sagte, sie habe es nicht anders verdient. Ein zerbrochener Mensch, der auch in ihren späteren Beziehungen immer Opfer und der Gewalt ausgesetzt war. Schließlich tötete sie nach langem Ehemartyrium ihren Mann und sitzt dafür lebenslänglich hinter Gittern. Mehr Opfer als Täterin - und dennoch gilt für sie dasselbe Strafvollzugsgesetz wie für ihre Vergewaltiger.
'Sicherlich ist es Unrecht, was diese Frau getan hat - aber ich kann sie nicht anklagen' resümiert Petra Huckemeyer.

Die im Vergleich zum Männergefängnis entspannter wirkende Sicherheitslage, die Menschlichkeit, das Verständnis - man wird den Eindruck nicht los, eher in einem gut bewachten Haus für gefallene Mädchen als in einem Gefängnis zu sein. Doch da kommt ein vehementes Dementi:
'Vollzug ist Vollzug! Wir haben die Aufgabe, die uns Anvertrauten sicher unterzubringen und zu versorgen - das tun wir hier.'
Schließlich zeigen sich beim Rundgang dann doch die Bilder vom Knast, die jeder im Kopf hat: die großen Gefängnisschlüssel am Gürtel des Personals, lange Flure mit verschlossenen Türen und kleinen Luken, Stahlgeländer, Auffangnetz unter dem Galeriegang, Arbeitsräume, in denen für die Industrie Massenwaren einzeln verpackt werden - und nicht zuletzt die vielen festgeschriebenen Abläufe und Auflagen, die das Gefängnisleben reglementieren. Ob Telefon-, Einschluss- oder Essenszeiten, Geldbesitz, Einkauf oder Postabwicklung, Besuche oder Arztbesuche, die tägliche 'Freistunde' im Hof oder Lockerungsmaßnahmen - hinter den Mauern hat Selbstbestimmtheit keinen Platz.
Abgeschottet von der Außenwelt kommt ein 'Weiblichkeitsfaktor' der unangenehmen Art zum Tragen: Das Mit- und Gegeneinander der Frauen. Die meisten Inhaftierten leiden unter einer Atmosphäre, die geprägt ist von Neid, Missgunst, Hetzerei, seelischer Gewalt und mitunter abgrundtiefen Grabenkämpfen - Psychoterror von Frau zu Frau. Nirgendwo wird der Kerngedanke Jean-Paul Sartres deutlicher als im Vollzug: 'Die Hölle sind die anderen'.




Interview Sandra (31)

Bildunterschrift:

Sandra, 31, wurde als Drogenkurier mit einem halben Kilo Koks an der holländischen Grenze abgefangen. Sie wollte ihre Drogenschulden abarbeiten und hätte dafür zwischen 500 und 1.000 Euro verdient. Haftstrafe: 2 1/2 Jahre.

Interview:

Sie hatten Schulden und haben darum Drogen geschmuggelt. Woher kamen die Kontakte ins Milieu?

Die kannte ich von früher. Ich habe immer mal wieder Drogen genommen - Partydrogen wie Kokain oder Exstasy. Aber ich habe auch lange Zeit nichts genommen, noch nicht mal Alkohol getrunken. Als aber vor drei Jahren mein Verlobter gestorben ist - wir waren gemeinsam selbstständig mit einer Computerfirma - ging es mit mir nach unten. Letztes Jahr habe ich das alles nicht mehr verkraftet, war sehr krank, habe viel verdrängt und auch mehr Drogen genommen.

Es scheint, als hätten Sie ein ziemlich normales Leben mit Höhen und Tiefen geführt und dann eine Dummheit begangen.

Kann man so sagen, ja. Gemessen an denen, die hier noch einsitzen und zum Teil ein Leben auf der Strasse geführt haben und an der Spritze hängen, habe ich ein normales Leben geführt. Aber trotzdem mit einer schwierigen Kindheit.

Was hat Sie geprägt?

Mein Vater trinkt sehr viel, war früher sehr aggressiv und jähzornig. Meine Mutter stand zwischen den Stühlen und hat aus Angst oder was weiß ich aus welchen Gründen gar nichts gesagt. Meine Schwester, die eine schwere Persönlichkeitsstörung hat, und ich haben immer sehr unter der Situation gelitten. Mein Vater hat den Kontakt jetzt zu mir abgebrochen, nur meine Mutter besucht mich ab und zu. Aber durch die Entscheidung meines Vaters weiß ich nicht, ob das noch lange so geht. Ich muss auch selbst mein ‚Verhältnis zu meinen Eltern neu definieren.

Wie ist Ihre Perspektive nach der Entlassung?

Perspektiven weiß ich nicht. Ich war ja selbständig und habe eine Firma verloren. Ich befinde mich gerade an einem Punkt, wo alles kaputt ist und wo ich mich sammeln muss um herauszufinden, was ich tun kann. Es ist nicht einfach, weil ich zum Zeitpunkt meiner Entlassung lange raus sein werde aus der schnelllebigen Computerbranche. Hinzu kommt, dass ich dann vorbestraft bin, das macht einen Neuanfang nicht gerade einfacher.

Ist das dort auf dem Tisch Ihr Tagebuch?

Ja, aber es ist ziemlich schwer, das hier drin zu führen, weil man keinerlei Privatsphäre hat. Jeder Bedienstete darf alles, was im Raum vorhanden ist, ansehen. Ich habe nicht das Recht, meine Gedanken zu verstecken. Darum schreibe ich natürlich nicht alles rein, was ich so denke. Ich schreibe über meine Gefühle, damit ich das nach meiner Entlassung noch mal nachvollziehen kann. Aber ich bin vorsichtig: ich schreibe nichts, was gegen mich ausgelegt werden könnte.

Wie empfinden Sie das Eingesperrtsein?

Ich fühle mich hier ziemlich einsam und allein. Man kann mit niemandem richtig reden.Es gibt wahnsinnig viel Neid und Missgunst. Es kommt natürlich darauf an, was für Frauen zusammenkommen, aber zur Zeit ist es so, dass die eine der anderen gar nichts gönnt. Außerdem gibt es ganz viel Falschheit und jede ist auf ihren eigenen Vorteil bedacht. Da wird ganz genau geguckt wer unterhält sich mit wem und warum. Und wenn man mit einem Beamten mal besser zurechtkommt, dann heißt es gleich: die petzt. Es ist zwar nicht ganz so schlimm wie bei 'Hinter Gittern', aber es ist dennoch verschärft.

In den meisten Zellen sind zwei Frauen eingesperrt. Sie haben Glück und sind allein.

Ja, aber ich habe auch schon einige Frauen hinter mir. Das ist natürlich hart zu zweit hier zu sein. Ich hatte eine Frau, die ihr Leben in der Zelle bereits organisiert hatte. Ich kam also dazu und durfte nichts von ihr berühren. Nachts hat sie geschnarcht. Einmal habe ich sie geweckt und sie schrie mich an, dass ich spinne, sie würde nicht schnarchen. Und gleich morgens hat sie immer ihr Geschäft verrichtet hinter diesem Vorhang und ich lag im Bett und dachte, das kann doch alles gar nicht sein. Ekelig.

Sie haben eine Menge Fotos und Postkarten aufgehängt und es ist eigentlich ganz gemütlich, wenn man das so sagen kann.

Ja, jetzt schon. Aber am Anfang habe ich mich dagegen gewehrt und wollte nichts haben, weil ich hier nicht sein wollte. Ich war absolut nicht bereit, hier anzukommen. Aber irgendwann war’s dann doch so, dass ich es zugelassen habe. Jetzt hoffe ich nur, dass die Zeit bis zum nächsten Sommer schnell vergeht.




Interview Stefanie (38):

Bildunterschrift:

Stefanie, 38, ist wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz für dreieinhalb Jahre in Haft. Sie ist seit ihrem 21. Lebensjahr heroinabhängig und bekommt in Vechta jeden Morgen den Ersatzstoff Methadon.

Interview:

Waren Sie schon früher wegen Drogen inhaftiert?

15 Monate 1994 und 1995. Und 2000 auch. In fünf Jahren habe ich zwei Therapien zu Ende gemacht und zwei abgebrochen, Aber es hat alles nicht geholfen. Nach einer Therapie war ich mal einen Monat clean, aber dann habe ich wieder angefangen.

Haben Sie auch psychotherapeutische Hilfe bekommen?

Ja, die hat mir auch geholfen. Das ist ganz komisch: wenn man jahrelang jeden Tag nur breit war, dann kennt man sich selbst gar nicht mehr. Als ich mit 32 mal clean war, hatte ich das Gefühl, erst 21 zu sein, weil ich in meiner Entwicklung quasi dort stehen geblieben war. Da musste ich auf einmal so ganz selbstverständliche Dinge lernen: Gefühle ausdrücken, Konflikte lösen - das war schwer. Zumal man ohne Drogen ein ganz geringes Selbstbewusstsein hat. Ich habe mich so klein und wertlos gefühlt und wusste auch nichts mit mir anzufangen. Ich hatte doch keine Hobbys, weil sich an jedem Tag in meinem Leben alles nur darum drehte, Drogen zu beschaffen.

Wie empfinden Sie das Eingesperrtsein?

Ich versuche die Gedanken daran zu verdrängen. Es gelingt mir. Ich weiß nicht wie, aber irgendwann so nach drei Monaten hat man sich daran gewöhnt oder damit abgefunden. Vorher ist man die meiste Zeit mit dem Kopf noch draußen, aber irgendwann ist das hier drin dein Alltag. Der ist natürlich ganz schön langweilig, jeden Tag das Gleiche. Aber ich habe Lockerung und darf ab und zu ganz raus. Da hat man wenigstens etwas, worauf man sich freuen kann - so von einem Freigang zum anderen.

Auf dieser Station sind die Zellentüren 24 Stunden geöffnet und sie können sich auf diesem Flur frei bewegen. Wie läuft denn Ihr Tag so ab?

Das stimmt, im Vergleich zur Strafhaft hat man hier mehr Freiheiten. Ich kann zum Beispiel duschen gehen wann ich will. Ich nehme an einem Schulkurs teil, wir jeden Tag was anderes machen: Tonarbeiten, Kochen, Basteln oder Sport. Manche Frauen hier vom Flur gehen auch arbeiten, aber alle sind im Methadonprogrammm und legen sich nachmittags hin. Später sitzen wir dann im Fernsehraum oder kochen mal zusammen in unserer Küche als kleine Abwechslung. Das Frühstück für den nächsten Tag kommt immer schon nachmittags um vier zusammen mit dem Abendbrot.

Was halten Sie von der Serie 'Hinter Gittern'?

Total schwachsinnig. Die haben da Computer auf der Hütte oder rennen mit Handys rum oder haben Verhältnisse mit Beamten oder die Beamten schmuggeln für die Frauen was rein - das ist hier jedenfalls unvorstellbar.

Wie geht es weiter, wenn Sie entlassen werden?

Weiß ich nicht, ich habe ja auch keine Wohnung mehr. Vielleicht bekomme ich ein Zimmer für Haftentlassene und kann dann in Ruhe suchen. Im Moment erwartet mich da aber absolut nichts. Meinen Hund hat man mir weggenommen. Ich habe einen Freund, der ist auf Therapie und ich weiß nicht, was mit ihm wird. Zu meinen Eltern habe ich seit meiner Inhaftierung keinen Kontakt mehr, die wollten das nicht mehr. Die haben mich immer bei den Therapien unterstützt, aber jetzt könne sie nicht mehr.

Sie haben schon früh mit Drogen angefangen hatte. Mit 14 gekifft, mit 17 Koks und Tabletten, mit 21 Heroin. Haben Sie eine Erklärung, warum Sie diesen Weg gegangen sind?

Ich habe mich damals zuhause sehr benachteiligt gefühlt gegenüber meiner jüngeren Schwester, und auch als schwarzes Schaf. Meine Eltern hatten nie Vertrauen zu mir. Ich durfte nie allein bleiben, wurde immer überwacht von Oma oder Opa. Ich durfte echt nichts. Was die anderen denken war meinen Eltern auch so wichtig. Meine Mutter war Hausfrau und hat immer schön die Wohnung saubergemacht und so ein langweiliges Leben wollte ich nicht. Dann war ich auch in einer Clique, die sich alle von ihren Eltern nicht verstanden fühlten, die waren meine Familie. Über die bin ich zu den Drogen gekommen.

Was hätten Sie gern, wenn Sie einen Wunsch frei hätten?

Eine eigene Wohnung und dass ich meinen Hund wiederkriege.

Bildunterschriften:

(Nähsaal)
Sinnvoller Zeitvertreib: Im Nähsaal arbeiten xx Frauen xx Stunden pro Tag und fertigen Küchentücher, Bettwäsche

(Taschen im Close Up)
Junge Designer aus Bremen lassen in Vechta ihre Taschenentwürfe fertigen - Tütenkleben in höchst elaborierter Form.

(Zelle):
Enge statt Privatsphäre: Acht Quadratmeter zu zweit, 18 Stunden täglich.

(Santitätsstation)
Paula Böckmann, Sanitätsstationsleiterin, verteilt jeden Morgen 38 Portionen Methadon, die ein Methadonautomat exakt bemisst.

(Gefängnishof)
Das alte Gemäuer war vor 300 Jahren ein Franziskanerkloster, dann lange ein Zuchthaus für Männer und seit über sechzig Jahren ein Frauengefängnis.

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